Sehnen- und Bandrekonstruktionen

Im Department für Rekonstruktive Gelenkchirurgie bieten wir spezialisierte Behandlungen für Sehnen- und Bandrekonstruktionen sowie Osteotomien an. Unser Ziel ist es, die Funktionalität und Lebensqualität unserer Patienten durch innovative chirurgische Verfahren zu verbessern.

Behandlung der Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung)

Die Patellaluxation, auch bekannt als Kniescheibenverrenkung, macht etwa 2-3 % aller Knieverletzungen aus. Diese Verletzung tritt häufig bei sportlicher Betätigung auf, kann jedoch auch im Rahmen alltäglicher Bewegungen des Kniegelenks geschehen. Besonders betroffen sind junge Frauen bei sogenannten Low-risk-pivoting Sportarten wie Joggen oder Wandern sowie junge Männer bei High-risk-pivoting Sportarten wie Fußball, Basketball oder Handball.

Bei einer akuten Kniescheibenverrenkung verrenkt sich die Kniescheibe in der Regel nach außen, was sofortige Schmerzen verursacht und oft dazu führt, dass die betroffene Person nicht mehr stehen oder gehen kann. In vielen Fällen springt die Kniescheibe von selbst wieder zurück. Sollte dies nicht der Fall sein, ist eine schonende Reposition durch einen Arzt erforderlich, oft nach Gabe einer geeigneten Schmerzmedikation.

Eine Röntgendiagnostik sowie eine MRT-Untersuchung sind entscheidend, um festzustellen, ob es zu isolierten Knorpel- oder Knorpel-Knochenabsprengungen gekommen ist. In solchen Fällen sollte eine operative Fixierung des betroffenen Gewebes erfolgen, ergänzt durch eine Naht des Halteapparates der Kniescheibe.

Wenn keine Abscherung vorliegt, kann in den meisten Fällen mit der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) eine rasche Linderung der Symptome erreicht werden. Eine weiterführende MRT-Untersuchung kann helfen, anlagebedingte Veränderungen des Gleitlagers zu identifizieren – ein wichtiger Faktor für wiederholte Luxationen.

Operative Korrekturverfahren

Um wiederkehrenden Patellaluxationen entgegenzuwirken und die zugrunde liegenden Ursachen zu beheben, können verschiedene operative Verfahren in Betracht gezogen werden:

  1. Trochlea-Plastik: Bei dieser Technik wird die anatomische Form der Rinne im Oberschenkelbereich vertieft. Ein Knorpellappen wird abgehoben und die Mulde mit speziellen Instrumenten angepasst. Anschließend wird der Knorpellappen wieder fixiert, um eine verbesserte Positionierung der Kniescheibe zu gewährleisten.

  2. MPFL-Plastik: Bei mehrfachen Luxationen kann es notwendig sein, das mediale proximale femorale Ligament (MPFL) zu rekonstruieren. Dies geschieht oft in Kombination mit anderen Korrekturmaßnahmen.

  3. Korrektur von Antetorsionsfehlstellungen: Hierbei wird der Oberschenkelknochen durchtrennt und gedreht, um die Knochenmulde entsprechend dem Muskelzug auszurichten. Diese Operation erfolgt zunehmend minimal-invasiv.

  4. Versetzung der Tuberositas tibiae: Bei einem Missverhältnis zwischen der Länge der Kniescheibensehne und der Kniescheibe kann eine operative Versetzung notwendig sein.

  5. Osteotomien: Bei X-Bein-Stellungen können Osteotomien durchgeführt werden, um das Bein in eine gerade Position zu bringen.

Nachbehandlung

Nach den operativen Eingriffen folgt ein strukturiertes Nachbehandlungsschema zur optimalen Rehabilitation unserer Patienten. Wir legen großen Wert darauf, dass Sie nach Ihrer Operation bestmöglich betreut werden und schnellstmöglich zu Ihrer gewohnten Aktivität zurückkehren können.